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Krise trifft Österreichs IT-Branche schwer
25.02.2010

Die Top 10 IDC Predictions für 2010, Prognose der IT Ausgaben 2010 - 2012 für Österreich

Die schwere Wirtschaftskrise hat wie erwartet auch vor Österreichs IT-Branche nicht haltgemacht. Analog zum weltweiten Trend verzeichnete der heimische IT-Markt 2009 ein Minus von 4,8 Prozent. Das Gesamtvolumen der IT-Ausgaben fiel mit 5,97 Mrd. Euro erstmals seit vier Jahren wieder unter die Sechs-Mrd.-Euro-Marke.

Laut den von IDC beim Future Network Management Forum am 25. Februar 2010 in Wien präsentierten Zahlen musste mit minus 8,5 Prozent vor allem der Hardware-Bereich kräftig Federn lassen. „2009 war ein katastrophales Jahr für den Hardware-Sektor. Einzig die mobilen Handhelds konnten dem Negativtrend mit einem Zuwachs trotzen“, erklärte Rainer Kaltenbrunner von IDC Central Europe.

Neben dem Hardwaresegment gab es aber auch in den Teilbereichen „Packaged Software“ (-2,7 Prozent) und „IT Services“ (-3,2 Prozent) ein deutliches Minus gegenüber dem Vorjahr. Und auch für 2010 ist offenbar nur eine langsame Erholung angesagt. „Die Erholung wird mit rund 1,8 Prozent Wachstum sehr moderat ausfallen. Beim Marktvolumen dürften wir gerade einmal das Niveau von 2006 erreichen“, so Kaltenbrunner. Nach den schlechten Vorjahreszahlen soll zumindest der Hardware-Sektor am stärksten profitieren.

Die an die BIP-Vorhersagen der Wirtschaftsforscher gekoppelte IT-Marktberechnung von IDC musste im vergangenen Jahr von Quartal zu Quartal stark nach unten korrigiert werden. „Die schwerste Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg hat die Marktforschung sichtlich am falschen Fuß erwischt. Aufgrund der fehlenden Erfahrungswerte und den wirtschaftspolitischen Maßnahmen der verschiedenen Staaten sind Prognosen auch weiterhin sehr schwierig“, sagt WIFO-Experte Marcus Scheiblecker, der beim Future Network Management Forum makroökonomische Bilanz zog.
Österreich habe zwar in einigen Bereichen das Schlimmste abwenden können. So fiel etwa die Tourismus-Bilanz, aber auch die Export-Bilanz einiger traditionsreicher Nahrungsmittel-Produzenten weniger schlecht als erwartet aus. Gleichzeitig seien viele Unternehmen vom Exporteinbruch massiv getroffen worden, so Scheiblecker. Im laufenden Jahr werde man noch von den 2009 eingeleiteten wirtschafts- und fiskalpolitischen Maßnahmen profitieren. Das BIP werde nach minus 3,6 Prozent mit 1,5 Prozent ins Plus drehen. Selbsttragendes Wachstum sei erst wieder für 2011 zu erwarten.

Für die gebeutelte IT-Branche sind das keine rosigen Aussichten. Neben weiterhin notwendigen Kostenoptimierungsmaßnahmen müssten die IT-Unternehmen auch mit der gerade stattfindenden Transformation des Marktes zurechtkommen. Hier gehe der Trend eindeutig weg von traditionellen PC- und Business-Software-Lösungen hin zu mobilen Geräten, mobilen Anwendungen und Cloud Computing, glaubt IDC.
Für IT-Dienstleister ist in diesen Zeiten ohnehin Flexibilität angesagt. „Die Kunden wollen skalierbare und flexible Lösungen sowie Planungswerkzeuge, die ein kurzfristiges Handeln ermöglichen. Durch die zunehmende Internationalisierung muss man zudem in der Lage sein, die eigenen Services länderübergreifend anzubieten bzw. mit dem Kunden mitzugehen, wenn dieser in neue Märkte investiert“, sagte Alois Süssenbacher von Siemens Solutions Services in der anschließenden Podiumsdiskussion.

"Wir sehen ein verstärktes Augenmerk der Industrie auf jene Märkte, die auch derzeit ein Wachstum aufweisen, wie die sogenannten BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien, China). Das bedeutet für die IT, dass wir unsere Kunden dorthin begleiten müssen, ihnen dort wo ihr verstärktes Augenmerk im Kerngeschäft liegt, auch die Services bereitzustellen. Diese Aussage gilt sowohl für die CIO-Organisation als internen Serviceprovider als auch für uns IT-Dienstleister.
Andererseits zeigt sich damit auch, dass wir in der IT denselben Zwängen unterliegen wie die klassische Industrie, nämlich die Leistungserstellung verstärkt in Niedriglohnländer zu verschieben.
Diese verstärkte Internationalisierung geht einher mit einer Harmonisierung der Prozesse bei gleichzeitig erhöhter Anforderung an die Flexibilität und Skalierbarkeit - um auf Marktschwankungen rasch reagieren zu können.
Das ist auch der Haupttreiber für den Hype 'Cloud Computing', weil er voll auf die Erwartung der CIO's zielt, zukünftig jegliche IT-Leistung zu variablen Kosten ohne vorherigem Wramp-Up-Investment nutzen zu können.

Diese länderübergreifende Harmonisierung der Abläufe geht einher mit einer End-to-end-Optimierung der Prozesse - egal ob im eigenen Unternehmen oder mit Partnern oder Serviceprovidern. Wir haben hier bei Siemens Kooperationsmodelle entwickelt, die mittlerweile praxiserprobt sind. Ein Anwendungsbeispiel ist die Zusammenarbeit mit voestalpine in der Neuausrichtung ihres RUN-Bereiches oder mit Andritz.
Eine weitere Anforderung ist der verstärkte Bedarf nach anwenderfreundlichen Werkzeugen zur Unternehmenssteuerung, für Reporting und Planung. Planungszyklen müssen verkürzt werden und sind vor allen länderübergreifend integriert abzuwickeln“, sagte Süssenbacher.

Im Bundesrechenzentrum wiederum sieht man die Kostenreduktion als zentrale Aufgabe. „Nur wenn wir es schaffen Kosten einzusparen, werden die notwendigen Geldmittel frei, um in neue innovative Lösungen investieren zu können“, meinte Franz Velisek vom BRZ im Rahmen der Podiumsdiskussion. Gerade in der Verwaltung könne man über standardisierte IT-Lösungen enorme Skaleneffekte nutzen.
Aber auch die Green IT, also das Eindämmen der Energiekosten spiele in angespannten Budgetzeiten eine wichtige Rolle. „Green IT als Deckmäntelchen ist definitiv zu wenig. Es müssen schon maßgebliche Kosteneinsparungen zu erwarten sein“, so Velisek. Gleichzeitig könne man schon mit kleinen Maßnahmen große Effekte erzielen. So könne man allein damit viel Geld sparen, wenn alle Mitarbeiter ihre PCs nach der Arbeit tatsächlich ausschalten, erklärt Velisek.

Laut einer aktuellen IDC-Umfrage unter 153 CIOs in Österreich hat sich zumindest die Stimmungslage im Vergleich zum Vorjahr verbessert. So rechnet zumindest die Hälfte der Befragten, dass die IT-Budgets 2010 wieder steigen werden. Investiert soll nach Ansicht der Befragten vor allem in Virtualisierungs- und Sicherheitslösungen werden. Aber auch die Konsolidierung und die IT-Standardisierung innerhalb des Unternehmens gelten als IT-Bereiche, die von der gestiegenen Investitionsfreudigkeit profitieren könnten.
„Spannender als die Frage der Markterholung ist unserer Ansicht nach die Transformation, also die zu erwartende Umgestaltung des IT-Marktes“, ist IDC-Analyst Kaltenbrunner überzeugt. 2010 werde ein ereignisreiches, schwieriges Jahr mit vielen Marktveränderungen. „Wer hinsichtlich der angesprochenen Veränderungen hin zu mobilen Geräten und Softwarelösungen, Cloud Computing und sozialen Netzen gut positioniert ist, wird hoch belohnt werden. Wer diese Veränderungen ignoriert, wird wohl hart dafür bestraft werden“, warnt Kaltenbrunner.

 




 


Bedeutung von Open-Source-Lösun gen aus Sicht der Anwender
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Future Network hat mir seit der Gründung ein ausgezeichnetes Informations- und Kontaktumfeld geboten, dass ich als IT Professional sehr zu schaetzen gelernt habe. Tony Fricko
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